Mit einer To-be-Liste bewusst manifestieren

Warum deine To-do-Liste dich nicht verändert. Und warum eine To-be-Liste wirklich etwas verändert.

Wir haben gelernt, unser Leben zu organisieren und Aufgaben zu erledigen. Wenn wir etwas verändern wollen, müssen wir etwas dafür tun. Wir brauchen Struktur und Disziplin. Darum schreiben viele von uns eine To-do-Liste, um ihre Ziele zu erreichen, um produktiv zu sein und um nichts zu vergessen. Das macht auch Sinn.

Und trotzdem fühlen sich viele Menschen:

  • innerlich gehetzt
  • emotional erschöpft
  • dauerhaft „nicht ganz richtig“

Das Problem ist nicht mangelnde Motivation. Du kennst das, wenn du am Jahresanfang gute Vorsätze machst. Die Motivation ist meistens vorhanden.
Das Problem ist die Richtung.

Die klassische To-do-Liste fragt:
Was muss ich tun, um irgendwann anders zu sein?

Die To-be-Liste dreht diese Logik radikal um.

Die Grundannahme, die alles verändert

Wir handeln nicht aus Zielen heraus. Wir handeln aus unserem inneren Zustand heraus.

Ein reguliertes Nervensystem trifft andere Entscheidungen als ein überlastetes.
Ein präsenter Mensch kommuniziert anders als ein innerlich abwesender.
Ein klarer Mensch setzt Grenzen, ohne sie erklären zu müssen.

Deshalb scheitern so viele gut gemeinte Vorsätze: Sie versuchen Verhalten zu ändern, ohne den inneren Zustand mitzunehmen.

Was eine To-be-Liste wirklich ist (und was nicht)

Eine To-be-Liste ist:

  • kein spirituelles Wunschdenken
  • keine Affirmationssammlung
  • keine Optimierungsstrategie

Sie ist eine bewusste Ausrichtung auf innere Qualitäten, aus denen Handlungen vollkommen logisch und automatisch entstehen.

Nicht:
„Ich arbeite ab sofort weniger.“

Sondern:
„Ich bin innerlich reguliert.“

Nicht:
„Ich setze jetzt Grenzen.“

Sondern:
„Ich bin klar.“

Aber was ist, wenn ich mich gerade überhaupt nicht so fühle? Wenn mein Nervensystem gerade alles Andere als ruhig ist und ich mich aber so sehr nach Ruhe sehne?

Auch dann funktioniert es:


Schritt 1: Vom Außen nach innen denken

Du hast einen Wunsch und / oder du möchtest etwas erleben. Damit beginnt alles.

Frage dich nicht:
Was will ich erreichen?

Sondern:
Was möchte ich im Alltag häufiger erleben?

Beispiele:

  • mehr Ruhe
  • mehr Verbindung
  • mehr Echtheit
  • mehr Entspannung

Das sind keine Ziele, sondern das sind Wirkungen.

Schritt 2: Die gewünschte Wirkung in einen Seinszustand übersetzen

Jetzt kommt der entscheidende Perspektivwechsel.

Jede äußere Wirkung hat eine innere Qualität.

  • Ruhe → Ich bin reguliert.
  • Verbindung → Ich bin präsent.
  • Orientierung → Ich bin innerlich ausgerichtet.
  • Leichtigkeit → Ich bin mir selbst zugewandt.

Formuliere immer im Hier und Jetzt.
Nicht „Ich möchte sein“, sondern:
„Ich bin …“

Das ist kein magischer Trick, sondern Nervensystemarbeit.

Schritt 3: Der Körper entscheidet, ob es wahr ist

Eine echte To-be-Liste fühlt man. Frage zu jedem Punkt: „Wie fühlt sich das in meinem Körper an, wenn ich das wirklich bin?“

Stell dir jeden Satz kurz vor und frage dich:

  • Wird mein Atem weiter oder enger?
  • Wird mein Körper weicher oder angespannter?

Wenn nichts passiert und du keine Reaktion im Körper spürst, ist der Satz noch zu kopflastig oder zu abstrakt. Vereinfache ihn, so dass dein Nervensystem darauf reagiert.

Eine gute To-be-Liste wirkt leise, aber klar und deutlich.

Schritt 4: Warum innere Gegenstimmen dazugehören

Jetzt kommt der Punkt mit den Gefühlen, die nicht zum Wunsch „passen“. Es ist – auch für´s Manifestieren – nicht sinnvoll, sie wegzudrücken. Sie sind halt da und wollen auch etwas beitragen.

Viele Menschen brechen hier auch ab, weil sie denken: „Aber so bin ich doch gar nicht.“

Genau deshalb funktioniert die To-Be-Liste aber.

Du formulierst keinen Endzustand, sondern deine innere Ausrichtung. Bekämpfe nicht die Gegenstimmen, sondern lade sie ein:

„Ich bin ruhig, auch wenn es in mir unruhige Anteile gibt.“
„Ich bin klar, auch wenn mir das manchmal Angst macht.“

Das Nervensystem entspannt sich nicht durch Perfektion, sondern durch deine Erlaubnis. Alles darf sein. Dein Nervensystem will dich schützen. Alte Erfahrungen haben es aktiviert und es darf jetzt neue Erfahrungen machen und neu lernen. Es darf jetzt wieder lernen, wie es ist, z.B. entspannt zu sein.

Schritt 5: Die eigentliche To-be-Liste schreiben

Schreibe nicht zu viele Punkte, maximal fünf, damit die Richtung klar bleibt.

Beispiel:

  • Ich bin präsent.
  • Ich bin in mir verankert.
  • Ich bin klar in meinen Grenzen.
  • Ich bin verbunden mit meinem Körper.
  • Ich bin mir selbst zugewandt.

Diese Liste liest man nicht, um sich anzutreiben, um sich zu erinnern. Denn dein Körper weiss, wie es ist, sich präsent, verbunden, entspannt … zu fühlen.

Warum das funktioniert – psychologisch und neurobiologisch

Unser Gehirn sucht ständig nach Kohärenz. Wenn dein innerer Zustand klar ist, passen sich Entscheidungen, Sprache und Verhalten automatisch an.

Du musst dich dann nicht zwingen:

  • Pausen zu machen
  • Nein zu sagen
  • Prioritäten zu setzen

Das geschieht als logische Folge deines Seins.

Nicht:
„Was muss ich tun, um präsent zu sein?“

Sondern:
„Was tue ich, wenn ich präsent bin?“

Die To-do-Liste wird zur Folge, nicht zur Ursache.

Vielleicht passiert das nicht sofort perfekt, aber du spürst eine Veränderung. Sie mag erst einmal ganz klein sein. Aber jede Veränderung hat auch eine Wirkung.

Die To-do-Liste darf bleiben

Die To-be-Liste ersetzt keine Struktur. Sie darf bleiben, aber sie kommt nach dem Sein.

Erst Sein.
Dann Tun.

Alles andere ist Selbstüberforderung mit schönem Kalender.

Ein Satz zum Mitnehmen

Du wirst nicht ruhig, wenn dein Leben endlich sortiert ist.
Dein Leben sortiert sich, wenn du innerlich ruhiger wirst.


Stell dir vor, du sprichst mit dir, wie du es mit einem Menschen tun würdest, den du wirklich liebst.

10 Tage – 10 Emails für liebevollen Selftalk

mit täglichen Impulsen und alltagstauglichen Übungen für eine freundlichere innere Stimme.

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