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Vorsätze umsetzen: Warum deine guten Vorsätze bisher scheitern mussten

Konntest du deine guten Vorsätze umsetzen?

Die ersten Wochen des Jahres sind jetzt um. Hattest du Vorsätze für dieses Jahr? Konntest du deine Vorsätze umsetzen? Oder sagst du dir auch öfter: „Ich sollte … tun.“? – Ich sollte mehr Sport machen! Ich sollte weniger Süßigkeiten essen! Ich sollte dankbarer sein! Ich sollte mir mehr Zeit für mich nehmen! 

Ich nehme mal an, du kennst diese oder ähnliche Sätze und du hast mit ihnen so deine Schwierigkeiten, weil du dir einerseits sagst, dass es gut wäre, wenn du etwas Bestimmtes tun (oder nicht mehr tun) würdest, und es dir andererseits schwer fällt, etwas an deinem Verhalten zu ändern. Aber woran liegt das? In diesem Beitrag verrate ich dir, warum alle Ich-sollte-…-Sätze zum Scheitern verurteilt sind.

Welche Vorsätze gibt es?

Manche Vorsätze, die wir uns vornehmen, sind eigentlich gar nicht unsere. So glauben wir, dass wir die Erwartungen anderer erfüllen sollten. Wenn du z.B. denkst: „Ich sollte öfter die Wohnung aufräumen.“, dann frage dich einmal, was dahinter steckt. Meinst du, du solltest die Wohnung aufräumen, weil du es möchtest? Oder ist da vielleicht eher so etwas wie „Was denken die Anderen, wenn es hier so unaufgeräumt aussieht?“. Dann sind es die – vermeintlichen – Erwartungen anderer, die uns antreiben oder Druck machen.

Hier kannst du dich fragen, ob du diesen Erwartungen wirklich entsprechen willst bzw. musst. Denn es ist deine Entscheidung, ob du das möchtest. Wenn wir Vorsätze haben, die nur die Erwartungen anderer erfüllen, dann entsteht schnell ein unangenehmer Stress, der uns unter Druck setzt und letztlich dazu führt, dass die Motivation nachlässt und wir nicht dran bleiben.

Anders sieht es aus, wenn wir uns etwas vornehmen, von dem wir glauben, dass es uns gut tut, wie z.B. mehr Sport treiben oder gesünder essen. (Auch hier kann natürlich die Erwartung von außen kommen, dass wir glauben, wir wären dann beliebter, attraktiver … Es gilt also, unsere Motivation genau zu prüfen.)

Gehen wir mal davon aus, du hast aus freien Stücken entschieden, dass mehr Sport gut wäre, weil du dich dann besser fühlen würdest und es gesund ist. Trotzdem bleiben die Wenigsten, die sich das vornehmen, am Ball. Woran liegt das?

Warum deine Vorsätze scheitern

„Ich sollte mehr Sport machen.“ Damit redest du dir selbst ein, dass du das eigentlich gar nicht willst. Mit jedem Ich-sollte … reden wir uns ein, dass wir das Gewünschte gar nicht wollen. Denn würden wir es wollen, müssten wir uns ja nicht sagen, dass wir es sollten. Wir würden es doch einfach tun, wenn wir es wollten, oder? Mit jedem Ich-sollte … bestärken wir uns in unserem Glauben, dass wir uns zu etwas zwingen müssen, das gut für uns ist. Doch warum sollten wir etwas, das gut für uns ist, nicht wollen? Warum sollten wir uns dazu zwingen müssen?

Und mal ehrlich: Wirst du gerne gezwungen? Ich wette, das wirst du nicht und es weckt nur noch mehr Widerstand. Mehr Widerstand bedeutet, wir müssen uns noch mehr zwingen. Damit reden wir uns wieder ein, dass das, was wir uns eigentlich wünschen, sehr schwer und mit sehr viel Arbeit und Überwindung verbunden ist. Denn Druck erzeugt Gegendruck.

Bei dem Beispiel von oben bedeutet das: Ich sage mir, dass ich mehr Sport machen sollte. Bewegung ist ja erstmal etwas Schönes. Doch durch den Gedanken Ich-sollte … beinhaltet dieser Satz, dass ich glaube, dass ich das eigentlich gar nicht will und ich mich dazu überreden müsste. Dadurch bekommt dieser Gedanke etwas Schweres und Unüberwindbares. Ich sollte … – Och nö, lieber nicht!

Vorsätze umsetzen: Was du tun kannst, damit es klappt

 

Und wie kommen wir jetzt aus diesem Dilemma wieder heraus? Sollen wir uns gar nichts mehr wünschen oder vornehmen? Nein, natürlich nicht. Wünsche treiben uns an, etwas zu tun und uns weiterzuentwickeln. Jedes Kind, das auf die Welt kommt, will sich weiterentwickeln und etwas lernen. Es will etwas über sich selbst, die Menschen um es herum und die Welt erfahren. Das ist unser aller Antrieb. Niemand muss in Wirklichkeit dazu gezwungen werden, zu lernen. Genauso wenig muss jemand dazu gezwungen werden, etwas zu tun, das ihm / ihr gut tut. Wir glauben oft nur, dass wir anders sein sollten, als wir sind und uns deshalb zu Dingen zwingen müssen. Irgendwann haben wir für uns entschieden, dass es besser ist, wenn wir bestimmte Erwartungen erfüllen und Dinge tun, die wir gar nicht wollen.

Der Gedanke „Ich sollte mehr Sport machen.“ macht Sport zu etwas sehr Anstrengendem. Hinzu kommt, dass Sport oft auch mit Leistung und der Möglichkeit zu versagen in Verbindung gebracht wird. Da kommt dann schnell eine innere Stimme, die Gründe findet, warum das zwar eine gute Idee ist (Damit sichern wir uns unseren guten Willen.), aber gerade einfach nicht möglich. Doch genau darum bleiben wir dann auch in diesem Dilemma, denn im Hinterkopf bleibt der Gedanke ‚Es (Ich) wäre besser, wenn …‘.

Wären wir ehrlich und würden uns selbst vertrauen, sähe es ganz anders aus: Entweder, wir sagen uns, dass es im Moment (noch) nicht geht, z.B. weil gerade noch etwas Anderes erledigt werden muss. Dann wäre es ok und die Stimme im Hintergrund wäre ruhig, weil für uns klar ist, dass ich in diesem Moment das Richtige tue und Sport mache, wenn Sport dran ist. Oder ich vertraue darauf, dass mir Bewegung gut tut und ich es tatsächlich will. Denn warum sollte ich etwas nicht wollen und mich dann dazu zwingen? Unser Körper ist immer für uns. Daher können wir ihm auch immer vertrauen. Mehr dazu habe ich in einem anderen Blogbeitrag geschrieben.

Dann muss ich mich nicht überwinden. Ich vertraue mir und meinem Körper. Ich mache dann Sport, weil ich weiß, dass ich es WILL und mir selbst vertraue, und nicht, weil ich glaube, dass andere es so wollen oder MAN es so macht. Dadurch wird es viel leichter.

Genauso ist es mit jedem Ich-sollte…-Satz:

„Ich sollte mehr entspannen.“

„Ich sollte weniger Süßigkeiten essen.“

Wer sagt das? Und kannst du dir vertrauen, dass du das tatsächlich selbst willst? Ganz ohne Zwang?

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