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Warum Dehnung nicht bei Verspannungen hilft

Dehnungen lösen deine Verspannungen nicht

Ich bin kein Fan von Dehnung. Vor allem nicht bei Muskelverspannungen.

Wenn Muskulatur verspannt ist, erlebe ich es immer wieder als hilfreich, die Arbeit des Muskels – die Anspannung – nicht zu bekämpfen, sondern zu unterstützen. So kann sich der Muskel schließlich ganz mühelos entspannen, und die Beweglichkeit kann leichter wieder schmerzfrei sein.

Die Aufgabe eines Muskels ist es, sich zusammenzuziehen, um Bewegung zu ermöglichen. Dies geschieht im besten Fall mühelos und schmerzfrei. Nach getaner Arbeit entspannt sich der Muskel wieder. Nun ist es im Alltag aus den unterschiedlichsten Gründen oft so, dass diese Entspannung ausbleibt oder nicht vollständig geschieht. In ständiger Habachtstellung mit hochgezogenen Schultern, angespannter Bauchmuskulatur und verspannten Beinen o.ä., immer bereit, sofort loszulaufen, um zu kämpfen oder zu fliehen, kann die Muskulatur nicht gut regenerieren und fängt an zu schmerzen. Über die Gründe für Verspannungen habe ich in einem anderen Blogbeitrag bereits geschrieben. Wenn dich das interessiert, lies dir gerne auch diesen Beitrag durch.

Viele Menschen denken, durch Dehnung könnten sie den Muskel entspannen. Das ist jedoch nicht der Fall. Jede Dehnung ist letztlich eine Provokation für den Muskel. Forcierte Dehnung („Schließlich bringt es nur dann etwas, wenn ich den Schmerz auch spüre.“) spannt die Muskelfasern so stark, dass sie schmerzen können. Wie so oft gilt hier „Weniger ist mehr.“

Muskeln verkürzen nicht. Auch wenn sich der Mythos nach wie vor hält. Daher muss ich sie auch nicht in die Länge ziehen. Wird ein Muskel durch Dehnung provoziert, beginnt er, sich gegen diese Provokation zu schützen, indem er sich weiter zusammenzieht. Das bedeutet, dass sich der Muskeltonus erhöht. Das ist also genau das Gegenteil von Entspannung. Ein erhöhter Tonus in den Muskeln stellt ein Strömungshindernis für den Blutkreislauf dar. Das Blut kann durch entspannte Muskeln wesentlich besser fließen, als durch verspannte.

Die Dehnung von Bändern und Faszien hingegen kann sinnvoll sein. Hier ist es ratsam, sich entsprechende Übungen von einem Therapeuten / einer Therapeutin zeigen zu lassen, der / die den Unterschied zwischen Muskel- und Bänder-/Fasziendehnung kennt.

Doch was kann ich statt Dehnung bei verspannten Muskeln tun?

Wenn ich davon ausgehe, dass Muskeln aus einem bestimmten Grund verspannen (egal, ob ich diesen Grund kenne oder auch nicht) und ich weiß, dass ein verspannter Muskel bei Provokation noch mehr anspannt, erscheint es sinnvoll, die Arbeit des Muskels zu übernehmen, ihn also zu unterstützen. Dies mache ich, indem ich NICHT gegen die Verspannung kämpfe, sondern mit dem Muskel mitgehe, ihn also beim Sich-Zusammenziehen unterstütze. Ich helfe dem Muskel also noch dabei, sich zusammenzuziehen. Macht das wirklich Sinn?

Was passiert, wenn ich den Muskel unterstütze?

Durch diese achtsame Unterstützung bekommt unser Gehirn neue Informationen, die es verarbeitet und daraufhin die Muskeln anweisen kann, den Muskeltonus zu reduzieren. Die Unterstützung von außen nimmt den Muskeln Arbeit ab. Das Gehirn registriert das sofort und sorgt dafür, dass der Körper Energie sparen kann. Denn Muskelarbeit kostet Energie. Diese Energie ist nun frei für anderes. Es kommt – im Gegensatz zu einer Dehnung – hierbei nicht zu einer Alarmreaktion, sondern zu einer Entspannung, und zwar direkt vom zentralen Nervensystem.

Neue Informationen bedeuten neuen Input und sorgen dafür, dass das Gehirn den Muskeltonus neu überprüft. Kommt es daraufhin zu dem Schluss, dass die Muskeln weniger arbeiten können und trotzdem alles stabil ist, wird der Muskeltonus – direkt vom zentralen Nervensystem aus – reduziert. Dein Gehirn schreibt somit ein neues Programm, das individuell an deinen Körper und deine jeweilige Situation angepasst ist. Das bedeutet, dass der Körper seinen eigenen Muskeltonus findet und dadurch die Entspannung anhaltend ist.

Wie schön ist es doch, wenn ich aufhören kann zu kämpfen, wenn von außen Unterstützung kommt und ich ganz mühelos loslassen kann? Plötzlich entsteht eine Entspannung, die nicht nur den Körper betrifft, sondern auch Geist und Seele zur Ruhe kommen lässt.

Bei der „Achtsamen Körperarbeit mit den Methoden aus SANJO“ kannst du tief entspannen und regenerieren. Ich arbeite am (bekleideten) Körper, doch gleichzeitig bekommst du Gelegenheit, deine Gedanken zur Ruhe kommen zu lassen und auch emotional aufzutanken.

Wenn du das selbst einmal erleben möchtest, melde dich gerne bei mir für einen Termin.

Ich bin davon überzeugt, dass Akzeptanz der Schlüssel für Entspannung ist und dass dies für alle Bereiche im Leben gilt. Denn Druck erzeugt Gegendruck und Annahme erzeugt Entspannung.

Mein Herzensanliegen ist es, dass immer mehr Leichtigkeit und Entspannung in unser Leben kommt und wir aufhören können zu kämpfen – gegen uns selbst, gegen andere und gegen das Leben. Das beginnt im Kleinen in jedem von uns. Nur wenn ich entspannt bin, kann ich diese Leichtigkeit auch weitergeben. Mit meiner Arbeit möchte ich dazu beitragen.

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Schreibe mir gerne deine Gedanken in die Kommentare. Ich freue mich auf den Austausch mit dir und wünsche dir einen entspannten Tag,

Deine Melanie

Noch mehr zum Thema Entspannung, zu meiner Arbeit mit den Methoden aus SANJO

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