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Fibromyalgie und Entspannung

Was ist eine Fibromyalgie?

Fibromyalgie ist eine chronische Schmerzerkrankung, die sehr vielschichtig ist und auch nicht immer gleich verläuft. Betroffene haben Schmerzen in unterschiedlichen Bereichen ihres Körpers, meist im Bereich von Gelenken und Muskeln. Entspannung ist bei Fibromyalgie oft kaum möglich.

Hinzukommen können:

  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Verdauungsbeschwerden
  • Herzrasen
  • Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen
  • Menstruationsbeschwerden
  • Sensibilitätsstörungen in Händen und Füßen
  • Erschöpfung
  • Unruhe
  • Angst
  • Depressionen
  • u.a.

Ich finde es vollkommen nachvollziehbar, dass jemand, der Dauerschmerzen hat, auch zusätzliche Symptome zeigt wie die oben genannten. Es ist erschöpfend, ständig Schmerzen zu haben. Wen wundert es, wenn Betroffene dann auch Depressionen, Ängste und / oder Konzentrationsstörungen haben? Aber nicht alle Betroffenen haben diese Beschwerden. Nicht jede*r mit einer Fibromyalgie hat auch Depressionen.

Bei all dem versuchen die meisten Betroffenen, die ich kenne, ihren Alltag möglichst gut zu bewältigen und nicht durch Schmerzen o.a. aufzufallen. Viele fangen an, an sich selbst zu zweifeln und zu denken, sie seien nicht belastungsfähig genug. Sie reißen sich zusammen – im wahrsten Sinne des Wortes, was dazu führt, dass sie muskulär noch mehr verspannen und noch mehr Schmerzen haben.

Was Fibromyalgie nicht ist

Fibromyalgie ist

  • keine entzündliche Erkrankung
  • keine verschleißbedingte Erkrankung
  • keine Autoimmunerkrankung
  • keine Erkrankung alter Menschen
  • keine Einbildung
  • keine Überempfindlichkeit
  • keine psychische Erkrankung
  • keine Idee, um Aufmerksamkeit zu bekommen

Auch wenn vieles noch unklar ist und Fibromyalgie nicht durch Blutuntersuchungen, Labordiagnostik oder bildgebende Verfahren nachgewiesen bzw. diagnostiziert werden kann, ist es eine reale Erkrankung, die ca. 2% der Bevölkerung betrifft.

Was können Menschen mit einer Fibromyalgie für mehr Entspannung tun?

Viele Fibromyalgie-Patient*innen können mit herkömmlichen Entspannungsmethoden nicht immer gut entspannen:

  • Massagen werden oft nicht gut vertragen und verursachen zum Teil sogar noch mehr Schmerzen, ohne dass sich eine Entspannung der Muskulatur einstellt.
  • Yoga ist auch nicht immer hilfreich, weil die Dehnung der Muskulatur ebenfalls zu Schmerzen führen kann.
  • Oft wird die Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen empfohlen. Hierbei werden die  Muskeln zunächst angespannt, um sie danach loszulassen. Doch diese Anspannung verursacht vielen Betroffenen ebenfalls Schmerzen, und das Loslassen gelingt mit einer Fibromyalgie auch nicht immer.

Da diese Methoden die bekanntesten und am meisten verbreiteten sind, haben diejenigen, die mit diesen Methoden aufgrund ihrer Fibromyalgie nicht gut zurechtkommen, wenig Möglichkeiten, sich Entspannung zu gönnen. Letztlich landen viele bei Psychotherapeut*innen. Sicherlich ist das auch sinnvoll und hilfreich, wenn eine psychische / emotionale Belastung vorliegt. Aber: Eine Fibromyalgie ist keine psychische Erkrankung und erfordert nicht zwangsläufig eine Psychotherapie.

Wenn eine Person, die

  1. Dauerschmerzen hat und der kein Arzt helfen kann,
  2. aufgrund ihrer Schmerzen vielleicht seit langem nicht mehr durchgeschlafen hat
  3. die von vielen Mitmenschen nicht verstanden wird und teilweise zu hören bekommt, dass sie nicht so zimperlich sein soll o.ä.,
  4. die versucht, ihren Alltag – trotz der Schmerzen – bestmöglich zu bewerkstelligen und
  5. sich möglicherweise auch noch selbst tadelt,

weitere Symptome entwickelt und möglicherweise auch nicht immer für andere nachvollziehbar handelt, ist das meiner Meinung nach verständlich. Sie braucht dann meiner Erfahrung nach Unterstützung und keine zusätzlichen Anforderungen („Du musst nur … machen, dann geht´s dir auch gut.“), keine Stigmatisierungen, sondern Zuwendung.

Achtsame Körperarbeit zur Entspannung bei Fibromyalgie?

Mit der Achtsamen Körperarbeit mit den Methoden aus SANJO kommen viele Menschen, die von einer Fibromyalgie betroffen sind, besser zurecht als mit manipulativen Methoden. Die Methoden aus SANJO unterstützen den Körper und geben sanfte Impulse, ohne etwas aufzuzwingen. Die verspannte Muskulatur kann loslassen und ihren eigenen Muskeltonus finden.

Das Kleinhirn überprüft und reguliert den Muskeltonus. Fibromyalgie-Patient*innen erzählen mir immer wieder, dass sich ihr Körper – vor allem nach dem ersten Termin – am Tag nach der Behandlung anfühlt, als hätten sie Muskelkater, jedoch danach eine sehr angenehme und anhaltende Entspannung einsetzt. Mit den Methoden aus SANJO ist Fibromyalgie natürlich nicht zu heilen. Dennoch ist es eine Methode, die vielen Betroffenen ermöglicht, einfach mal wieder zu entspannen und ihren Körper positiv wahrzunehmen.

Wenn du mehr über meine Achtsame Körperarbeit mit den Methoden aus SANJO erfahren möchtest, abonniere gerne meinen Newsletter. Hier schreibe ich über die Methoden aus SANJO, das Thema Entspannung und Achtsamkeit – und über dies und das Mal ist es nachdenklich, informativ, mal lustig, mal privat.

Außerdem erhältst du mein Ebook zum Thema „Achtsame Körperarbeit mit den Methoden aus SANJO“.   

Was hilft dir bei Muskelverspannungen? Schreibe gerne deine Erfahrungen in die Kommentare und lasse uns zusammentragen, was Menschen mit einer Fibromyalgie unterstützen kann. Denn so unterschiedlich diese Erkrankung ist, so unterschiedlich sind auch die Möglichkeiten, die helfen können. Vielleicht hilfst du anderen Betroffenen mit deinem Tipp.

Ich wünsche dir einen entspannten Tag,

Deine Melanie

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