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Verspannungen loswerden

Was sind überhaupt Verspannungen?

Du möchtest deine Verspannungen loswerden? Doch was sind eigentlich Verspannungen?

In unserem Körper muss ein gewisser Grundtonus in der Muskulatur vorhanden sein. Sonst könnten wir nicht stehen oder uns bewegen, geschweige denn schnell und zielgerichtet reagieren. Denn damit eine Bewegung ausgeführt werden kann, zieht sich der betreffende Muskel zusammen. Ist er nicht vorgespannt, benötigt er Zeit, um überhaupt erst einmal in die Nullposition zu kommen. Erst dann ist er in der Lage, sich soweit zusammenzuziehen, dass eine Bewegung stattfinden kann. Wenn bei einem Seilzug das Seil durchhängt, kann man mit ihm auch keine Last anheben. Es muss zunächst gespannt werden. Dann erst funktioniert der Seilzug. Genauso ist es mit unseren Muskeln. Auch sie benötigen eine Grundspannung. Ist sie zu schwach, kann der Muskel nicht schnell genug in Aktion treten. Ist sie zu stark, verbraucht der Körper unnütze Energie – wie Standgas beim Auto.

Muskeln oder Muskelgruppen, die über längere Zeit überlastet sind, verhärten sich. Sie werden schlechter durchblutet und bilden ein Strömungshindernis im Blutkreislauf des Körpers. Die Milchsäure (Laktat) wird nicht mehr ausreichend aus dem Muskel heraus gespült und der Muskel beginnt zu schmerzen. Wenn du deine Arme längere Zeit hoch hältst, spürst du diesen Effekt.

Bei dauerhafter Anspannung sinkt die Leistungsfähigkeit dieser Muskulatur, und Schmerzen können chronisch werden. Um diese Schmerzen erträglich zu machen, nehmen wir dann oft eine Schonhaltung ein. Dadurch verlagert sich das Problem, denn jetzt übernehmen andere Muskelgruppen die Arbeit der von der Verspannung betroffenen Muskulatur bzw. ermöglichen eine nicht-ökonomische, aber schmerzvermeidende Haltung. So können Schmerzen auch an anderen Körperbereichen und Fehlhaltungen entstehen.

Rücken- und Nackenverspannungen sind vielen bekannt und gehören für viele Menschen bereits zum Alltag. Damit einhergehen können Kopfschmerzen. Sie entstehen beispielsweise dadurch, dass die verspannte Nackenmuskulatur die Durchblutung zum Kopfbereich erschwert.

Oft kommen verschiedene Dinge zusammen, die schließlich zu Verspannungen führen. Im Folgenden habe ich einige Aspekte zusammengestellt, die bei akuten Schmerzen helfen und auch Verspannungen vorbeugen können.

10 Tipps, die dir helfen, Verspannungen loszuwerden

Die folgenden Tipps sind von mir erprobte Methoden um Verspannungen loswerden zu können, die jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und garantierten Erfolg erheben. Es muss jede(r) für sich schauen, was zu ihm / ihr und den gegebenen Lebensumständen passt. Suche dir das für dich Passende heraus. Wichtig ist, dass du dich dabei wohlfühlst.

Bitte kläre auch vorab, ob die Schmerzen / Verspannungen im Zusammenhang mit Zahnproblemen, Verletzungen, erhöhten oder erniedrigten Blutdruck oder rheumatischen Erkrankungen o.ä. stehen.

1. Wärme

Wärme regt die Durchblutung an. Verhärtete Muskeln sind ein Strömungshindernis für den Blutkreislauf. Daher ist es sinnvoll und auch sehr angenehm, die Muskulatur mit Wärme zu entspannen und so die Durchblutung zu fördern. Hier kann ein Wärmekissen auf den betreffenden  Körperbereich gelegt werden. Oder du legst dich in eine warme Badewanne. Auch Saunagänge oder ein Dampfbad können hilfreich sein.

2. Hausmittel

Einige Tropfen Pfefferminzöl in warmem Olivenöl fördern ebenfalls die Durchblutung und wirken entkrampfend. Massiere es an der entsprechenden Körperregion ein. Die Wärme unterstützt das Ganze noch.

Auch Arnika hilft bei Verspannungen und stillt den Schmerz. Erkundige dich in der Apotheke, was da für dich das Richtige ist.

3. leichte Bewegung

Mir hilft oft ein Spaziergang an der frischen Luft. Ob es nur die Bewegung ist oder auch das freie Durchatmen und die Entspannung beim Gehen, z.B. im Wald (noch besser: am Meer 🙂 ), kann ich nicht sagen. Vermutlich ist es alles zusammen. Auch Schwimmen oder Radfahren kann ich empfehlen. Regelmäßiges Yoga hilft im Zusammenhang mit achtsamer Atmung ebenfalls sehr gut.

Bei akuten Verspannungen achte darauf, dich auch trotz der Schmerzen leicht zu bewegen, da dies hilft, den Muskel besser zu durchbluten.

4. Atemübungen

Meist atmen wir automatisch flacher, wenn wir verspannt sind und Schmerzen haben. Dadurch verstärkt sich die Verspannung und verschlechtert sich wiederum die Durchblutung des Körpers.

Atemübungen helfen hervorragend zu entspannen. Auch die Duchblutung wird dadurch angeregt. Versuche, ruhig und gleichmäßig zu atmen und dabei immer ein bisschen länger aus- als einzuatmen. Lenke deine Atmung in die verspannte Region und stelle dir vor, wie dieser Bereich sich mit der Einatmung weitet und mit der Ausatmung die Verspannung abfließt.

vorbeugend können folgende Tipps helfen:

5. Körperhaltung

Vor allem am Arbeitsplatz nehmen viele Menschen eine unvorteilhafte und auf Dauer schädliche Haltung ein.

  • Stuhl und Schreibtisch haben möglicherweise nicht die richtige Höhe.
  • Der Kopf wird oft nach vorne geneigt, was zu Nackenverspannungen führen kann.
  • Eine über längere Zeit gleiche Sitzposition fördert Verspannungen.
  • Stress führt ebenfalls oft zu Verspannungen.

Beachte also:

-> Kannst du deine Büromöbel anpassen?

-> Achte auf eine aufrechte und entspannte Körperposition.

-> Stehe zwischendurch öfter mal auf und bewege dich ein wenig. Allein etwas recken und strecken hilft bereits, die Muskulatur wieder besser zu durchbluten.

-> Nutze die Mittagspause für einen Spaziergang. Hierbei kannst du auch Atemübungen machen.

-> Achte darauf, dass du nicht zu sehr gestresst bist und immer wieder auch bewusst entspannst. (mehr zu Stress und dessen Auswirkungen auf unseren Körper)

6. einseitige Belastung vermeiden

Trägst du täglich eine Tasche o.a. mit dir herum? Einseitige Belastungen führen häufig zu Verspannungen. Wenn du häufig etwas tragen musst, dann achte darauf, dass du immer wieder die Seite wechselst. So gewöhnst du dir keine Fehlhaltung oder eine kompensierende und ausgleichende Haltung an.

7. Meditation

Meditation kann langfristig helfen, entspannter zu sein. Bei der Meditation üben wir, mit mehr Achtsamkeit den Ereignissen in unserem Leben zu begegnen. Dadurch sind wir besser in der Lage, wahrzunehmen, was wir brauchen und was uns schadet. Wir sind weniger stressanfällig und können besser mit stressigen Situationen umgehen.

8. guter Schlaf

Sicherlich kennst du das auch, wenn du unausgeschlafen bist und dann mit Stress konfrontiert wirst. Es ist ungleicht schwerer, gelassen mit viel Arbeit, nervigen Mitmenschen und anstrengenden Situationen umzugehen, als wenn man gut und lange genug geschlafen hat.

Wie schaffst du es nun, gut zu schlafen? Hier ein paar Tipps, die sicherlich nicht vollständig sind. Schreibe gerne noch deine persönlichen Tipps in die Kommentare.

  • Hast du eine gute Matratze? Oder ist sie zu weich / zu hart?
  • Am besten nutzt du mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen keinen Bildschirm mehr. Das Licht vom Bildschirm sorgt dafür, dass kein Melatonin („Schlafhormon“) ausgeschüttet wird und wir somit nicht müde werden. Besser ist es, noch etwas zu lesen.
  • Ein warmer Tee (z.B. mit Melisse, Baldrian oder Lavendel) kann helfen, besser einzuschlafen.
  • Meditation
  • Entspannungsübungen, wie z.B. Autogenes Training, Atemübungen o.ä.

9. Morgenritual

Mit einem guten Morgenritual startest du entspannter in den Tag. Ich nutze dazu gerne ein Tagebuch, in dem ich aufschreibe, für was ich dankbar bin und mit welcher Intention ich in diesen Tag gehen möchte. Hier reichen durchaus ein paar Minuten jeden Morgen. Wichtiger als die Zeit, die ich mir dafür nehme, ist die Regelmäßigkeit. Es gibt viele Bücher auf dem Markt, falls du eine Anleitung möchtest. Oder du nimmst dir ein leeres Buch und schreibst einfach drauf los.

Danach mache ich Yoga. Auch hier gilt: Lieber jeden Tag etwas tun, als eine lange Session daraus zu machen.

Das Morgenritual sollte etwas sein, mit dem man sich wohlfühlt. Hier kannst du ein wenig herum probieren, was zu dir passt. Schließlich willst du ja entspannt in den Tag gehen und dich nicht damit unter Druck setzen. Es kann auch einfach eine Tasse Kaffee / Tee sein, die du ganz bewusst genießt.

10. Die Methoden aus SANJO

Und natürlich ist SANJO – Konduktive Körpertherapie immer sehr entspannend. Hierzu habe ich einen Blogartikel geschrieben, den du dir gerne durchlesen kannst, falls du SANJO noch nicht kennst. Dies ist eine Form der Körpertherapie, die du bei einer/einem erfahrenen Sanjo-Praktizierenden / -TherapeutIn buchen kannst und die dich tief entspannen lässt.

Wenn du noch mehr über Verspannungen erfahren und wissen möchtest, warum du deinen Verspannungen auch dankbar sein kannst, lies dir auch diesen Beitrag durch.

Schreibe mir gerne deine Gedanken und Erfahrungen in die Kommentare. Ich freue mich auf den Austausch mit dir.

Ich wünsche dir einen entspannten Tag,

Deine Melanie

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