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Ist SANJO eine Massage?

Magst du Massagen? Oder findest du sie unangenehm? Berührung und Kontakt sind wohltuend und ein Grundbedürfnis von Menschen. Viele lieben es daher, massiert zu werden. Es gibt aber auch Menschen, die hinterher – oder währenddessen – Schmerzen haben und daher jede Massage eher meiden. Was ist da los?

Durch Streichen, Kneten, Dehnen und andere Grifftechniken werden bei einer Massage Körperbereiche behandelt und so die Durchblutung gefördert und verspannte Muskulatur be-arbeitet.

Bei SANJO gibt es natürlich auch spezielle Griffe, die angewendet werden. Ziel dieser Grifftechniken ist es jedoch, das Gehirn dazu anzuregen, den Muskeltonus zu überprüfen und – wenn möglich – herunter zu regulieren. Dadurch kommt die Entspannung bei der Achtsamen Körperarbeit mit den Methoden aus SANJO direkt vom Zentralen Nervensystem, also vom Chef persönlich. Um das zu verstehen, müssen wir uns zunächst einmal ansehen, was bei einer Massage und bei einer SANJO-Behandlung im Körper passiert.

Was bringt eine Massage?

Massieren kann Stress reduzieren, die Durchblutung fördern, Verklebungen lösen und einiges mehr.

Durch die angewandten Techniken wird die Muskulatur geknetet und gewalkt. Um zu verstehen, was im Körper passiert und wann Massieren entspannend wirkt, wird es jetzt etwas theoretisch. Doch auch, wenn du – wie ich – keine Leuchte in Chemie warst, ist dieser ganz kurze Abstecher in die chemischen Zusammmenhänge lohnenswert. Glaub´mir! 😉

Entlang der Muskelmembranen befinden sich negativ oder positiv geladene Ionen (elektrisch geladene Atome oder Moleküle). Diese Ionen werden benötigt, um im Muskel Spannung aufzubauen, wenn du z.B. läufst oder etwas anheben möchtest. Denn vom Gehirn wird der Befehl, einen Muskel anzuspannen, über die Nerven zur Muskulatur geleitet. Dabei bauen die Ionen mit ihren verschiedenen Ladungen (positive oder negative Ladung) ein Spannungspotential in der Muskelmembran auf.

Durch eine Massage werden diese unterschiedlich geladenen Ionen so durcheinander gebracht, dass ein Spannungsaufbau nicht mehr möglich ist. Darum erschlafft der Muskel. Entspannung setzt ein. Nachdem du z.B. Sport gemacht hast, ist das eine wunderbare und genussvolle Sache.

Massage bei chronischen Verspannungen

Bei chronischen Verspannungen sieht es etwas anders aus. Du kannst davon ausgehen, dass dein Körper einen plausiblen Grund für die Anspannung hat. Er will dich ja nicht ärgern oder verspannt aus Langeweile.

Der Befehl des Gehirns, den Muskel anzuspannen, bleibt beim Massieren unberührt. Das Gehirn wird also auch weiterhin seinen Befehl an die Muskeln senden, weil es einen Grund für muskuläre Spannungen hat. Darum kann es sein, dass nach ein paar Stunden oder Tagen nach einer Massage die Verspannungen wieder da sind – möglicherweise sogar stärker als zuvor. Denn das Gehirn schickt jetzt sozusagen einen stärkeren Befehl an die Muskulatur, um sicherzustellen, dass er dieses Mal auch wirklich umgesetzt wird.

Was kannst du also tun, wenn du chronisch verspannt bist?

Dein Gehirn meint dann aus irgendeinem Grund, dass es besser sei, angespannt zu sein. Das kann verschiedene Gründe haben – die du kennst oder auch nicht… Lies dir hierzu gerne auch diesen Beitrag durch.

Auch wenn es sich für dich gerade nicht so anfühlt, weil du Schmerzen hast, dich unwohl fühlst oder sonst irgendwie das Gefühl hast, es könnte besser sein, ist dein Körper immer auf deiner Seite und möchte dir helfen. Möglicherweise hast du gerade Stress, oder du hast eine ungünstige Haltung eingenommen, die zu Verspannungen geführt hat. Vielleicht hattest du in der Vergangenheit auch mal einen Unfall o.ä., so dass dein Körper meint, er müsse dich vor einer (vermeintlichen) Gefahr schützen, damit so etwas nicht noch einmal passiert. Es gibt viele Gründe für chronische Verspannungen. Das Gute ist: Wir müssen sie nicht zwingend kennen, um mit den Methoden aus SANJO arbeiten zu können! 

Solange dein Kleinhirn davon überzeugt ist, dass Verspannungen besser sind als Entspannung, wirst du deine chronischen Verspannungen vermutlich behalten. Darum ist es so wichtig, dein Kleinhirn zu überzeugen.

Methoden aus SANJO bei chronischen Verspannungen

Das Gehirn lässt sich aber nicht einfach überreden, indem an den Muskeln gezogen oder gedrückt wird. Denn diese sind nur ausführende Organe. Nur wenn der Chef persönlich erkennt, dass Entspannen Sinn macht, kann die Entspannung auch dauerhaft sein.

Wenn ich Druck ausübe und die Muskulatur dehne, werde ich das Gegenteil von Entspannung erreichen. Denn dann arbeite ich gegen den Befehl des Kleinhirns, das ja einen (für ihn) plausiblen Grund hat, die Muskeln zu verkürzen und Verspannungen zu produzieren. Dein Kleinhirn ist für die Stabilität im Körper verantwortlich und wird bei einer solchen Provokation alles tun, um sich mit seinem Auftrag, Spannung aufzubauen, durchzusetzen. Dann entsteht ein Kampf zwischen mir als Therapeutin und dem Gehirn einer anderen Person. Den kann ich als Außenstehende:r nur verlieren. Hinzu kommt, dass Schmerz im Großhirn wahrgenommen wird. Darum ist Schmerz für das Kleinhirn kein Argument. Ich sollte also das Kleinhirn mit ins Boot holen und mit ihm gemeinsam nach Lösungen suchen. Besser gesagt, es dazu anregen, eine bessere Lösung als Verspannungen zu finden.

Mit den Methoden aus SANJO sorgen wir dafür, dass dein Kleinhirn sich die Situation in deinen Muskeln noch einmal genauer ansieht. Indem wir von außen durch spezielle Griffe Stabilität herstellen und gewährleisten – denn um nichts Anderes geht es deinem Kleinhirn -, kann das Gehirn neu bewerten und einen für deinen Körper in deiner Situation angemessenen Muskeltonus finden. Wenn dieser neue Tonus für dein Gehirn sinnvoll erscheint, wird es dafür sorgen, dass deine Muskeln nicht wieder verspannen. Dann ist die Entspannung vom Zentralen Nervensystem ausgehend dauerhaft.


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