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Aufhören zu kämpfen – wie es tatsächlich klappt

Wo kämpfst du in deinem Leben?

Wie können wir aufhören zu kämpfen?

„Das Leben ist so anstrengend!“

„Wenn ich doch nur etwas mehr Ruhe hätte …“

„Wenn diese eine Sache nicht wäre …!“

Vielleicht kennst du das auch. Es gibt so Tage oder auch längere Zeiten im Leben, da erscheint alles sehr anstrengend. Im Grunde wünschen wir uns doch alle ein glückliches und entspanntes Leben. Doch irgendetwas hält uns dann doch oft davon ab, wirklich zur Ruhe zu kommen. Irgendetwas ist immer, womit oder wogegen wir kämpfen.

Oft geht es schon morgens los: Du kämpfst dich aus dem Bett und schleppst dich ins Bad.

Dann kämpfst du dich vielleicht mit dem Auto durch den Straßenverkehr oder ärgerst dich in der Bahn über andere.

Bei der Arbeit wird mit den Ellenbogen gegen die Kolleg:innen gekämpft. Du kämpfst dich durch die täglichen Aufgaben. Möglicherweise verurteilst du dich für irgendwelche Verhaltensweisen und kämpfst gegen sie, gegen das Verlangen nach Süßigkeiten und gegen deinen inneren Schweinehund.

Du sagst dir so etwas wie „Eigentlich sollte ich …“ oder „Eigentlich sollte ich nicht ….“

Hinzu kommen oft auch verurteilende Gedanken wie „Wie konnte ich nur so blöd sein …?“ oder „Ich bin zu dick, zu dünn, zu schüchtern, zu dumm, …“

Am Abend erkämpfen wir uns die Fernbedienung ;-), hören im Fernsehen vom Kampf gegen rechts, gegen links, gegen ein Virus und vom Kampf für mehr Gerechtigkeit, Gleichberechtigung, gerechtere Bezahlung. Alles wirklich wichtige Ziele. Doch solange wir kämpfen, sind wir nicht entspannt.

Boxhandschuhe
Wir kämpfen so oft im Alltag.

Wie hilft uns unser Körper?

Unser Körper reagiert immer auf das, was wir ihm – unbewusst oder bewusst – mitteilen. Weil er uns immer bestmöglich unterstützen will, stellt er uns alles zur Verfügung, was wir zum Kämpfen brauchen, wenn wir meinen, kämpfen zu müssen: angespannte Muskeln, Stresshormone, erhöhte Herzfrequenz, erhöhten Blutdruck … Das alles sind Möglichkeiten, mit denen uns unser Körper auf einen Kampf vorbereitet. Das ist großartig, weil wir genau das brauchen, wenn wir kämpfen müssen: Muskeln, die sofort einsatzbereit sind, Stresshormone, die dafür sorgen, dass unser Körper Energiereserven freisetzt, erhöhter Puls und Blutdruck, um unsere Muskeln und Sinnesorgane mit Sauerstoff zu versorgen u.v.m.

Wir können uns immer darauf verlassen, dass unser Körper für uns ist und uns mit allem versorgt, was wir brauchen.

Nun ist unser Körper aber nicht dafür gemacht, dass wir ständig kämpfen. Er braucht auch Ruhephasen, um wieder zu regenerieren. Es ist also unbedingt notwendig, dass wir Zeiten der Ruhe und Entspannung in unseren Alltag einplanen. Sonst ist unser Körper überfordert, und das teilt er uns auch mit. Er hat da viele Möglichkeiten: Kopfschmerzen, Unruhe, Bluthochdruck, Verspannungen u.v.m.

Hier droht uns im Grunde gleich die nächste Falle. Wenn unser Körper z.B. mit Verspannungen reagiert, bekämpfen wir diese.

Gedanken-Experiment: So könnte es auch gehen

Jetzt stelle dir bitte mal folgendes vor:

Du wachst morgen auf und freust dich auf einen neuen Tag. Pfeifend gehst du in Badezimmer und freust dich über dein Spiegelbild. Nach dem Frühstück fährst du los zur Arbeit. Im Büro angekommen, begrüßt dich dein/e Kolleg:in: „Schön, dass du da bist. Ich weiß, dass du heute viel zu tun hast. Wie kann ich dir dabei helfen?“ – Utopisch? Vielleicht. Doch spüre mal hinein, wie du dich fühlen würdest, wenn du Hilfe hättest, niemand deine Arbeit behindert, sondern dich bei allem, was du tust, unterstützt. Es wäre doch wirklich schön, wenn es so wäre, oder? (Träumen darf man doch mal, oder? 😉 ) Du könntest durchatmen. Die Arbeit ginge vermutlich viel leichter, schneller und entspannter von der Hand! Wahrscheinlich könntet ihr sogar viel mehr schaffen und euch um tolle neue Projekte kümmern.

Aufhören zu kämpfen: helfende Hände
Helfende Hände

Wie können Verspannung am besten gelöst werden?

Wie ich oben bereits geschrieben habe, besteht die Gefahr, bei Verspannungen o.a. in einen Kampf gegen uns und unseren Körper zu geraten und dadurch sogar das Problem zu verstärken.

„Wie kann man denn sonst Verspannungen loswerden?“, fragst du jetzt vielleicht. Schließlich will niemand Verspannungen haben. Klar! Doch auch hier gilt:

Wer kämpft, ist nicht entspannt.

Das liegt ganz einfach in der Natur der Sache: Je mehr du Verspannungen bekämpfst, desto mehr Aufmerksamkeit / Energie schickst du in diese Verspannungen hinein. Gerade chronische Verspannungen sind so oft nicht zu lösen. Denn Druck erzeugt Gegendruck. Bei chronischen Verspannungen arbeitet der Körper und kämpft die ganze Zeit, so dass viel Energie für diesen Kampf verloren geht und weniger bleibt, um alltägliche Aufgaben zu schaffen. Wir fühlen uns erschöpft.

Jetzt lass uns noch einmal an den/die freundliche:n Kolleg:in aus dem Beispiel von oben denken. Übertragen auf die körperliche Ebene bedeutet dies, dass jemand kommt, um dem (verspannten) Muskel bei seiner Arbeit zu helfen, ohne ihm etwas aufzuzwingen. Wie entspannend!

Die Achtsame Körperarbeit mit den Methoden aus SANJO macht genau das. Der/Die SANJO-Praktiker:in übernimmt von außen die Arbeit des Muskels und signalisiert dadurch dem Kleinhirn, das für Stabilität im Körper zuständig ist, dass in diesem Bereich gerade alles stabil ist. So kann das Gehirn überprüfen, welcher Muskeltonus für DIESEN Körper in DIESER Situation JETZT gerade sinnvoll ist und neu und individuell entscheiden. Der Vorteil dabei ist, dass der neue Muskeltonus nicht von außen vorgegeben wird, sondern direkt vom zentralen Nervensystem ausgeht.  

Was du tun kannst, um auch innerlich zur Ruhe zu kommen

Wenn du innerlich zur Ruhe kommst, steigst du aus jeglichem Kampf aus. Dein Körper braucht dich dann nicht mehr auf einen Kampf vorzubereiten. Du kannst aufhören zu kämpfen. Daher macht es Sinn, sich immer wieder Auszeiten zu nehmen, in sich hineinzuspüren und den Geist zu entspannen. Das wirkt sich unmittelbar auf deinen Körper aus. Kommt der Geist zur Ruhe, entspannt sich auch der Körper. Eine Kombination aus beidem – körperliche Entspannung, z.B. mit den Methoden aus SANJO, und innere Entspannung (z.B. durch Meditation) – ist meiner Erfahrung nach das Beste, da sich Körper, Seele und Geist gegenseitig beeinflussen.

 

Meine 10 besten Tools, um innerlich zu entspannen

  • Meditation
  • Umwelt bewusst über deine Sinne wahrnehmen (Was riechst / hörst / fühlst / siehst / schmeckst du gerade?)
  • Lesen
  • achtsam eine Tasse Tee / Kaffee trinken
  • Spaziergang in der Natur
  • unzensiert aufschreiben, was dir durch den Kopf geht
  • Dankbarkeit: schreibe auf, wofür du gerade dankbar bist
  • bewusst Musik hören
  • selbst Musik machen
  • Achtsame Körper- und Bewusstseinsarbeit 😉

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