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Was ist SANJO?





Vielleicht hast du schon von den Methoden aus SANJO gehört. Vielleicht verfolgst du meine Beiträge auf Social Media schon etwas länger oder du hast von SANJO bereits irgendwo anders gehört, gelesen oder es sogar schon selbst erlebt. Vielleicht ist dies aber auch das erste Mal, dass du von dieser Methode liest. 


Ich beschäftige mich seit einigen Jahren mit dieser Methode zum Lösen von Muskelverspannungen und bin seitdem so begeistert, dass ich beschlossen habe, möglichst vielen Menschen von dieser im Prinzip sehr einfachen, und gleichzeitig so effektiven Möglichkeit zu erzählen. Entwickelt wurde diese Methode Ende der 90er Jahre von Holger Michael David, einem Heilpraktiker in Aachen.


Der Name SANJO leitet sich aus den beiden japanischen Wörtern

„San“ (helfen / retten) und „Jo“ (unterstützen) abund bedeutet übersetzt soviel

wie „Helfen durch Unterstützen“.


Zwei Hände halten eine Hand

Muskelverspannungen werden mit den Methoden aus SANJO gut gelöst.


Was ist damit gemeint?


Unser Körper ist immer bestrebt, in Balance zu sein. Wenn Einflüsse von außen (oder innen) drohen, uns aus dem Gleichgewicht zu bringen, sorgt die Balance zwischen Beweglichkeit und Stabilität dafür, dass wir weiterhin handlungsfähig bleiben. Im Alltag ist eine gewisse Stabilität bei jeder Bewegung sehr wichtig. Ansonsten würden wir beim Laufen oder bei sonstigen Gewichtsverlagerungen ständig umfallen. 


Zuviel Stabilität schränkt aber auch die Beweglichkeit ein. Daher ist das Gehirn immer damit beschäftigt, ein gutes und sinnvolles Maß an beidem zu gewährleisten. Dafür benötigt es Rückmeldungen von den Muskeln. Dies geschieht über Propriozeptoren, die genaue Informationen über alles an das Gehirn melden, womit der Muskel konfrontiert wird. Nun kommt es aber auch vor, dass außergewöhnliche Belastungen im Alltag uns und unseren Körper fordern, z.B. wenn wir etwas Schweres anheben wollen. Dann passiert es schon mal, dass die Propriozeptoren so hohe Werte an das Gehirn melden, dass das Gehirn die Stabilität in Gefahr sieht und die Muskulatur deshalb anweist, besonders stark anzuspannen. Das verursacht möglicherweise Schmerzen, ist aber immer noch besser als wenn der ganze Körper instabil wird und eine Verletzung droht.


Um in Zukunft Situationen zu vermeiden, die Instabilität bedeuten können, weist das Gehirn die Muskulatur manchmal an, dauerhaft anzuspannen, um vorbereitet zu sein. Wenn ich nun beginne, an diesem Muskel zu ziehen, um ihn zu dehnen und ihn somit daran hindere, das zu tun, was sein Auftrag ist, werden erneut hohe Werte an das Gehirn gemeldet, welches wiederum eine Gefahr sieht und den Muskel nur umso stärker anweist, seine Arbeit zu machen. Der Muskeltonus erhöht sich.  


Den Muskel unterstützen


Mit den Methoden aus SANJO unterstütze ich diesen Muskel bei seiner Arbeit. Dazu muss ich nicht wissen, WARUM er angespannt ist. Ich unterstütze ihn, indem ich von außen mithelfe, sich zu verkürzen, also ihn sozusagen „zusammenschiebe“ und dadurch Stabilität in diesen Bereich des Körpers bringe. Wenn nun die Stabilität gesichert ist, dann bekommt das Gehirn die Information: „Es ist alles stabil!“ und weist diesen Muskel jetzt an, die Verspannung zu lösen. Denn warum sollte der Körper mehr Energie aufwenden, als nötig ist? Diese Energie kann in anderen Bereichen wesentlich sinnvoller genutzt werden. Da ist unser Körper ganz pragmatisch!


Entspannung stellt sich also ein – und zwar direkt vom zentralen Nervensystem ausgehend. Das meint „Helfen durch Unterstützen“ 


  • Ich helfe also, indem ich den Muskel von außen unterstütze
  • und somit das Gehirn anrege,
  • den Muskeltonus zu überprüfen und zu regulieren.


Wenn für das Gehirn kein aktuelles Interesse (mehr) besteht, in diesem Bereich besonders viel Spannung aufrecht zu erhalten, und es die Stabilität nicht bedroht sieht, wird diese Entspannung dauerhaft sein, weil die Anweisung zur Entspannung direkt vom Gehirn ausging.


Wie werden Beweglichkeit und Stabilität gewährleistet?


Unsere willkürliche Motorik wird vom Großhirn gesteuert. Wenn du etwas Schweres anhebst, bewegst du deine Arme, und dein Bizeps u.a. spannt sich an. Gleichzeitig geschieht aber auch etwas, das du nicht steuern kannst. Unwillkürlich spannst du auch deinen Oberkörper an. Die Zwischenrippenmuskulatur wird aktiviert. Dies geschieht automatisch und dient dazu, beim Heben nicht aus dem Gleichgewicht zu kommen, also stabil zu bleiben. 


Wenn wir davon ausgehen, dass die unwillkürliche Muskulatur vom Kleinhirn gesteuert wird, während die willkürliche ihre Impulse aus dem Großhirn bekommt, macht es Sinn, dass Großhirn und Kleinhirn zusammenarbeiten und Informationen austauschen. Bewegungen, die vom Großhirn initiiert werden, müssen im Kleinhirn dahingehend überprüft werden, ob die Stabilität gewährleistet ist, bzw. welcher Muskeltonus nötig ist, um Stabilität zu erreichen.


Menschen nach einem Schädelhirntrauma mit Kleinhirnausfall zeigen überschießende, nicht zielgerichtete Bewegungen. Der Wächter der Stabilität (das Kleinhirn) kann seine Arbeit nicht mehr richtig machen. 


Ein Gedankenexperiment


  • Stelle dir einmal vor, du wärest aus Gummi – also sehr instabil. Wenn du nun etwas auf dem Tisch abstellen möchtest, z.B. einen Becher, dann würdest du dich durch das Gewicht verbiegen, deine Bewegungen wären vermutlich nicht sehr zielgerichtet und möglicherweise würdest du den Tisch nicht treffen. Denn um diese präzisen Bewegungen auszuführen, nutzt unser Gehirn die Informationen über Beschaffenheit, Gewicht und Lage des Bechers im Raum u.a., um die Muskulatur angemessen anzuspannen. Einen großen, mit Wasser gefüllten Krug aus Keramik werden wir anders anheben als einen leeren Plastikbecher.


Bei einer Schädigung des Kleinhirns können diese Informationen nicht mehr verarbeitet und die Körperstabilität entsprechend angepasst werden. Dadurch kommt es zu überschießenden Bewegungen.


Wir benötigen also Beweglichkeit UND Stabilität. Mehr Beweglichkeit bedeutet weniger Stabiltät – mehr Stabilität geht auf Kosten der Beweglichkeit. Beides ist wichtig und ein gutes Gleichgewicht zwischen beidem erstrebenswert.


Verspannungen im Körper haben das Ziel, Stabilität zu erreichen oder zu erhalten. Sie schützen uns also vor Instabilität. Sogesehen machen sie Sinn und helfen uns. Zumindestens machen sie uns auf etwas aufmerksam, was wir vielleicht ändern können, wie z.B. unsere Haltung am Arbeitsplatz. Manchmal benötigt unser Körper etwas mehr als das, um sicherzugehen, dass uns keine Gefahr droht. Dann können wir mit SANJO das Kleinhirn anregen, die Situation neu zu bewerten und anhand dieser neuen Informationen den Muskeltonus einzustellen. 


In welchen Bereichen wird SANJO eingesetzt?


Die Methoden aus SANJO kommen in allen Bereichen zum Einsatz, in denen eine Senkung des Muskeltonus´angestrebt wird. So werden sie beispielsweise im therapeutischen Kontext in den entsprechenden Bereichen Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie / Sprachtherapie, als auch von Hebammen, HeilpraktikerInnen und ÄrztInnen genutzt, sowie im Wellness-Bereich, um präventiv Muskelverspannungen zu lösen / mildern, bevor sie körperliche Beschwerden machen – oder um einfach mal tief zu entspannen. Das tut ja bekanntlich jedem gut… 😉


Welche Fragen, Gedanken oder auch Erfahrungen hast du? Schreibe mir gerne in die Kommentare. Ich freue mich auf den Austausch mit dir. 


Ich wünsche dir einen entspannten Tag,


Deine Melanie


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